G’sundheit

15 02 2010

Es war einmal vor langer Zeit. Besser gesagt vor etwa einem Tag. Man liegt so da, denkt an nichts böses, im Gegenteil, es ist ja Valentinstag. Und weil ja gerade Valentinstag ist wird ja wohl kaum was schlimmes passieren. Nun ja, hätte ich gestern schon gewusst, dass Valentin ein Priester war der geköpft wurde… ich wäre weniger positiv eingestellt gewesen.

Und dann liegt man dann morgends so im Bett, öffnet gut ausgeruht die Augen und fragt sich an die Decke blickend: “Ui, was ist das denn? Das war aber gestern noch nicht. Wo kommt das denn her? Ui ui ui, jetzt dreht es sich auch noch. Schnell. Sehr schnell. Ich glaub mir wird schlecht!”. Kaum bilden die Synapsen das letzte Ausrufezeichen im Gehirn, schon ergießt sich ein Schwall an HCl Säure auf den Boden. Noch etwas erschöpft liegt man dort, ringt nach Luft und kämpft gegen das Wasser, das urplötzlich aus den Augen fließen möchte. Die nächsten 10 Minuten wagt man es kaum sich zu bewegen, atmet sehr flach, immerhin könnte die heftige Bewegung des atmenden Brustkorbes einen weiteren “Interessenkonflikt” hervorrufen. Leicht öffnet man den Mund und streckt die Zunge heraus, zu groß die Angst, dass sie die im Mund verbliebenen Bröckchen schmecken könnte. Der Pulsschlag normalisiert sich wieder, doch die Frage, wie man es schaffen könnte die Leiter herunter zu klettern und sich bis zum Badezimmer zu schleppen führt nur zu einem: Resignation. Ich denke daran wie schön das Leben was. Man sol ja immerhin aufhören wenn es am Schönsten ist. Ich finde mich also mit meinem Schicksal ab, da klingelt plötzlich der Wecker, immerhin ist 11 Uhr. Mist. Aufgeben schön und gut, aber bei den oblatendünnen Wänden den Wecker einfach klingelt zu lassen während ich die letzten Atemzüge tätige wäre rücksichtslos. Ich gehe also ein Risiko ein, wie es größer kaum sein könnte: Ich erhebe den Kopf und setze mich langsam wie in Zeitlupe auf. Die Wohnung dreht sich schneller. Ich kann es zwar nicht mit Bestimmtheit sagen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sich im Moment mit etwa 3000 Umdrehungen die Sekunde dreht. Ich versuche weiter zu atmen, es gelingt mir aber zunehmend schlechter. Mit jedem Sauerstoffatom, dass meine Bronchien passiert steigt die Gefahr eines Hustens. Mit wird erneut schlecht und um nicht das Gleichgewicht zu verlieren stütze ich mich mit der Hand ab. Meine Handy spürt etwas Feuchtes. Ich traue mich nur langsam hinzusehen. Die Feuchtigkeit ist grünlich und ich glaube darin mein letztes Abendessen wieder zu erkennen. Ich mekre, wie auch die Vorspeise von letztem Abend scheinbar nur halb verdaut sich einen Weg nach draußen sucht. Wie sage ich das jetzt möglichst appetitlich? Nun ja, es ist nicht der WEg, den Gott dem Essen vorbestimmt hat. ICh halte die Luft an. Meine Augen werden groß, ich kann noch nicht ganz begreifen was passiert. Mein Bauch zieht sich zusammen, mein Speichelfluss vermehrt sich. Jetzt oder nie, ich muss die Leiter herunter. Ungeachtet davon, was mit meinem Magen passiert rolle ich mich in Stundmanmanier über die Matratze udn erreiche die Leiter. Mein rechter Fuß steigt auf die oberste Sprosse. Aus Zeitgründen begibt mein linker Fuß sich nahezu gleichzeitig auf die dritte Sprosse von unten, wodurch mir, wie ich später festellen werde, die Oberschenkelinnenmuskeln zerre. Ich erreiche en Boden. Es sind nun noch 10 Meter, bis ich die Toilette erreiche. Mein Magen pumpt. Noch neun Meter. Die Kotze erreicht das obere Ende meiner Speißeröhre, ab jetzt ist Luft anhalten angesagt. 8 Meter: Meine Augen beginnen zu tränen, ich sehe kaum noch wo ich hin laufe. Noch 7 Meter. Ich kann die Kotze schon riechen. Die Zeit läuft. 6 Meter bis zur Toilette. Mein Mund füllt sich. Noch fünf Meter. Ich brauche beide Hände um mir den Mund zuzuhalten, denn der Druck ist enorm. 4 Meter: Die Kotze erreicht eine Sackgasse, doch mein Magen punpt weiter. Ich merke, die die Kotze sich eine Alternativroute sucht. 3 Meter: So langsam geht mir die Luft aus. Meine Nasenhöhlen fangen an zu brennen. Noch 2 Meter: Ich kann die Toilette bereits sehen. Nachdme einen kurzen Moment lang meine Nase als Brechorgan missbraucht wurde halte ich auch diese zu. Nur noch ein einziger Meter. Ich fühle, wie mein Magen immernoch unaufhörlich pumpt. Meine Speiseröhre, meine Backen, selbst meine Nasenhöhlen: Alles dehnt sich bis zur Unendlichkeit. Ich habe das Gefühl die Kotze läuft mir ins Gehirn. Ich kann es nicht mehr halten. Mir wird schwarz vor Augen, also sehe ich mich gezwungen den WEg frei zu machen. Ich breche mehrere Liter Magensäure, Spaghetti und noch einen Rest Cranberrysaft 20 Zentimeter neben die Toilette. Ich gebe mich geschlagen und frage mich, wie lange es wohl dauert bis es vollständig verdunstet. Vermutlich zu lange, so komme ich zu dem Schluss. Dennnoch lege ich mich erstmal mit dem Kopf über die Toilette und schlafe nochmal ein. Etwa eine Stunde später wache ich auf und bin froh, dass ich meinen Kopf nicht mal mehr bewegen muss, denn das ganze Spiel wiederholt sich noch mehrere Male. Der Wecker klingelte übrigends bis 18 Uhr.

Und das ist die Geschichte, wie ich am Valentinstag krank wurde.

Gesundheit, Christoph


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